Deflate The
Students

4 Musikerseit 2012

Daniel

Rhythm Guitar, Background Vocals

Daniel mit roter Halbresonanzgitarre im Proberaum
  1. 1995–2000Sensless (Punk / HC)
  2. 2006–2010Orange Utah (Singer-Songwriter)
  3. seit 2018Deflate The Students

Mit neun Jahren entdeckte er seine erste Gitarre, als er auf einer Hochzeit ein verwaistes Gerät für sich okkupierte. Auf Gitarrenunterricht hatte er natürlich kein Bock, aber drei bis vier Jahre lang quälte er sich trotzdem im Konzertgitarren-Unterricht, bis er 14 war. Dann gibt’s eine große Gedächtnislücke – die Pubertät eben.

Aber mit siebzehn bis 22 spielte er sehr erfolgreich in der Band „Sensless“ mit Gigs in Deutschland, Holland und Mexico. Ein offizielles Album ist dabei rausgekommen: „Same“.

Plattencover von Sensless – Same: ein gezeichneter Punk mit Stachelfrisur vor einer Stadtkulisse

Als die Band plötzlich bei Saturn gelistet wurde, mussten die Hanfsamen aus dem Cover herausgepopelt werden, bevor sie wirklich im Laden stehen durften. Ein zweites – inoffizielles – Album folgte, aber die Band löste sich nach der Mexico-Tour auf. Im Glauben, nie wieder ein Instrument in die Hand zu nehmen, traf er 2006 eine besondere Dame, mit der er als „Orange Utah“ über 100 Singer-Songwriter-Konzerte hier und dort in ganz Deutschland spielte.

Das war schon ein Leben … Im Märchen hätte es vielleicht ewig währen können, aber im echten Leben braucht es manchmal etwas Neues. Und so war es dann auch bei Daniel. Und auch wenn die Musik in seinem Leben in den Hintergrund trat, war es dann 2018 soweit. Ein neues Kapitel mit Deflate The Students beginnt. Daniel – The Machine Guitar – treibt die Band auf die Bühne und der Rock’n’Roll kann weiter gehen.

Eric

Vocals, Lead Guitar

Eric singt und spielt eine rote Stratocaster
  1. seit 2012Deflate The Students

Lassen Sie mich eine Geschichte erzählen, die nicht nur den Werdegang, sondern auch Charakter und Wahnsinn des Vokalisten und Lead-Gitarristen von DTS beleuchtet:

Alles fing 1996 mit der ersten Bravo Hits an. Nach einigen Irrungen in der Pop-Musik (u.a. Britney Spears, Christina Aguilera und natürlich die BSB) änderte sich die musikalische Ausrichtung von Eric in späteren Jahren allerdings dramatisch. Seine Jugend wurde insbesondere geprägt von Hip-Hop (v.a. Eminem) und der Band, die ihn später zum Gitarrenspiel inspirieren sollte: Metallica.

Nach 5 Jahren Dauerschleife der bekanntesten Alben (insbesondere Ride The Lightning, Master of Puppets, Black Album) war Eric heiß darauf, selbst die Riffs zu schmettern, die er von seinen Idolen der 4-köpfigen Band aus Kalifornien so liebte. Es gab also nur eine Lösung: Er kaufte sich Guitar Hero für die Playstation. Damit hat wohl niemand gerechnet.

Kurze Zeit später war das gute Stück Plastik dann aber doch zu limitierend für den aufstrebenden Gitarristen und er kaufte sich in einem echten Gitarrenladen mit echten Verkäufern eine ECHTE GITARRE (aus Echtholz). Fortan begann er zu üben und zu üben, jedoch nicht das, was ein Anfänger auf der Gitarre üben sollte. Oh, und hatte ich erwähnt, dass Eric in der Oberschule meist nur die „Ratsche“ im Musikunterricht bedienen durfte, woraufhin er das Fach später komplett abwählte? Nun, was übte er auf der Gitarre?

Das Solo von „Nothing Else Matters“. Ohne Gitarrenlehrer. Mit Online-Videos auf YouTube. (Grüße an der Stelle an Marty Schwartz)

Nach einem halben Jahr hörte sich das, was er auf der Gitarre spielte, tatsächlich schon zu 60 % so an wie das originale Solo, wenn man es auf einer zerkratzten Schallplatte abspielen würde. Er übte noch ein paar Monate weiter und schließlich schaffte er es, mit Kirks flinken Fingern mitzuhalten. Jetzt, immer noch ganz am Anfang seiner Gitarrenlaufbahn, fing er mit den Basics an (danke nochmal Marty) und lernte recht schnell die ersten Songs zu spielen.

Achtung. Jetzt kommt eine wunderbare Weihnachtsgeschichte:

Im Jahr 2011 besuchte Eric seine Mutter in Berlin-Reinickendorf. Es war kurz nach Weihnachten und Eric brachte seine Gitarre mit, um den einzigen Song zu spielen, den er konnte. Was er nicht wusste: Sein Stiefvater Thomas war früher Punk-Schlagzeuger (dazu unten mehr). Durch Erics Leidenschaft und Begeisterung für die Gitarre wurde auch seine musikalische Ader reanimiert und so gründete sich im Januar 2012 die Band „Deflate The Students“.

Jetzt konnte der Junge aber immer noch nicht singen! Kurzerhand nahm er sich darauf für ein Jahr Gesangsunterricht in Berlin (bei „Carrie“) und lernte so die Grundlagen des Singens. Wie die Band bestätigen wird: Es war ein Lernprozess. Jedes Lied, das er alleine im Keller übte, wurde aufgenommen und so hörte er selbst, wo und wie er sich verbessern konnte. Und da gab es viel. Jedoch ließ sich Eric nicht entmutigen und sah die fehlenden Fähigkeiten als Chance und nicht als langen Weg an.

Und so begab es sich, dass Eric, der unmusikalische junge Mann, der mit 20 weder ein Instrument spielen noch singen konnte, die Lead-Gitarre und Vocals in der besten Band der Welt übernahm. Denn es ist nie zu spät, um etwas zu lernen!

Michael

Bass

Michael mit Bass vor alten Konzertplakaten im Proberaum
  1. 1991–1995Hot Thing (Grunge, Funk, Punk)
  2. 2006–2007n.n. (Spaß-Punk)
  3. seit 2012Deflate The Students

Schon mit sieben Jahren wurde er mit der Blockflöte geknechtet. Michael spielte sich von der C- zur Alt-Flöte hoch und wollte danach niemals wieder ein Instrument anfassen. Das änderte sich mit der Pubertät, als er den Bass für sich entdeckte. Während sein Bruder auf dem Piano und der Flamenco-Gitarre reüssierte, kannte Michael nur den Rock’n’Roll. Sicher, die Jazz-Band der Schule und der musikpraktische Kurs mit barocken Etüden haben auf gewisse Weise und durchaus ambitioniert seinen Horizont erweitert. Doch erst als er zur Band Hot Thing dazugestoßen ist, fand er seine wahre Bestimmung.

Der grenzwandelnde Sänger und Leadgitarrist Gino (Luigie Saracino) formte die Band nach einem emotionalen Zusammenbruch und einer Tabletten-Überdosis. In der Klinik fand Gino gitarrespielend die Erleuchtung: Seine Band sollte Hot Thing heißen, nach einem Song von Prince, den er nach mühevoller Pein endlich beherrschte. Die Jungs spielten ein paar Jahre zusammen und hatten einige lokale Auftritte in Kneipen, Sporthallen und bei einem Festival im „Haus des Gastes“. An Bord waren zahlreiche Eigenkompositionen und Interpretationen von Pearl Jam, Alice in Chains, den Red Hot Chili Peppers u.a.

Doch jeder Traum hat ein Ende und Michael fing nach dem Zivildienst mit seinem Studium an. Lange schlummerte sein Potenzial im Verborgenen. Unterdessen verstarb der Gründer der Band (wahrscheinlich als Man in the Box) auf tragische Weise in der Nacht auf seinen 30. Geburtstag. Weit von seinen Wurzeln entfernt stolperte Michael 2006 zufällig in eine Hamburger Spaß-Punk-Combo hinein und wurde als „Gitarren-Mann“ verpflichtet. Dieser melodiöse Exkurs gipfelte in einem legendären Auftritt bei einer Hochzeit, als er den Bräutigam als Bassist ablöste und mit einer funkigen Interpretation von „Sexbomb“ die Hochzeitsgesellschaft samt Tanzmusik-Band von den Stühlen riss. Auch dieses lustige Intermezzo musste ein Ende finden, als Michael von Hamburg nach Berlin zog. Und 2012 war es dann endlich so weit: Mit Deflate The Students fügt sich alles zusammen …

Thomas

Drums

Thomas im Sick-of-It-All-Shirt am Schlagzeug
  1. 1984n.n. (Punk)
  2. 1985Souvarine (Wave)
  3. seit 2012Deflate The Students

Mit 16 – Ende der 70er Jahre – musste er sich outen … Er hatte eine Schwäche – für Musik. Es waren Bands wie The Clash, The Damned, The Ruts, Siouxsie And The Banshees, die ihn begeisterten – PUNK! Schnell kamen weitere Bands dazu: The Jam, Joy Division, Bauhaus, UK Decay, The Gang Of Four, The Specials und andere 2-Tone-Bands.

Dann am 16. Oktober 1980 – nach etlichen Konzerten – das erste Konzert der Dead Kennedys im SO36. Der Blick, vorher vor allem nach UK gewandt, ging jetzt auch verstärkt in die Staaten: Black Flag, Circle Jerks, X, Bad Brains, Hüsker Dü, The Dickies, aber auch Bands wie Devo, The B-52s, Tuxedomoon.

1984 dann die ersten eigenen musikalischen Schritte. Damals ohne Ahnung und ohne Instrument – einfach mit Freunden was machen – halt Punk / DIY!

Vier junge Punks an einer Betonwand, Band ohne Namen, 1984: Roger (Bass), Kleena (Gesang), Thomas (Drums), Torsten (alles & nichts)

Roger – Bass / Kleena – Gesang / Thomas – Drums / Torsten – alles & nichts / Michael (nicht im Bild / Gitarre)

Fünf Leute und zwei, die ein wenig Erfahrung hatten: Roger konnte ein wenig Bass spielen und Michael, der keine Lust mehr auf Hardrock hatte, spielte Gitarre. In einem Übungsraum in Waidmannslust, dem „Waschhaus“, der schnell aufgetrieben wurde, stand ein Schlagzeug von einer anderen Band. Er setzte sich an die Drums, konnte einen simplen Rhythmus halten und wurde damit Drummer der Band.

Nach ein paar Monaten bekam die andere Band mit, dass die fünf Freunde auch das Schlagzeug nutzen, und setzte ein Ultimatum. Thomas kannte zu dieser Zeit auch die Musiker der Band Soilent Grün bzw. Die Ärzte. Er sprach Dirk aka Bela B. an, der seine Drums loswerden wollte, kratzte sein Taschengeld zusammen und kaufte sich das erste Ärzte-Schlagzeug.

Schwarz-Weiß-Foto: Thomas mit Stachelfrisur am „Ärzte“-Schlagzeug im Übungsraum

Thomas und das „Ärzte“-Schlagzeug

Nach nicht mal einem Jahr löste sich die Band auf. Die Drums landeten erst mal im Keller. Im Jahr 1985 arbeitete er am Wochenende in der Musik-Kneipe Ex&Pop als Türsteher und wurde angesprochen, ob er einen Drummer kennen würde. Die englische Wave-Band Souvarine war ohne Drummer nach Berlin gezogen und Thomas stieg dort ein. Nach nur zwei Monaten dann der erste Auftritt vor Publikum. Und im Dezember 1985 wurden dann innerhalb von acht Tagen drei Live-Gigs in Kreuzberg und Schöneberg gespielt.

Rotes Plakat: Souvarine (London) mit Leningrad im Musik-Café, Samstag, 14. Dezember 1985, 21:30 Uhr

Gelbes Souvarine-Plakat mit Faust und Schraubenschlüssel: Drugstore am 20. und Ex & Pop am 21. Dezember 1985, 22 Uhr

Außerdem wurden zwei Songs der Band in einem Kreuzberger Studio aufgenommen. Ein Gig mit Videomitschnitt im Quartier Latin wurde vom Produzenten der Eurythmics, der auch die beiden Songs produziert hatte, vorbereitet. Danach eskalierte die Stimmung in der Band, sodass Thomas beschloss, die Band wieder zu verlassen. Damit schien die musikalische Karriere beendet. Erst 26 Jahre später sollte er sich überhaupt wieder ans Schlagzeug setzen, aber dazu gleich mehr.

Wichtigster Musikstil wurde zu dieser Zeit dann Gothic, bis Anfang der 90er Nirvana und Pearl Jam Thomas’ Musikgeschmack stark beeinflussten. Nachdem Punk fast ein Jahrzehnt nur eine Nebenrolle gespielt hatte, wurde er Mitte der 90er Jahre wieder spannend für Thomas und sollte es auch bleiben. Es waren Bands wie Sick Of It All, Pennywise, The Bouncing Souls, AFI und Rise Against.

Aber erst im Dezember 2011 sollte es mit eigenen musikalischen Ambitionen weitergehen. Gut ein halbes Jahr vor seiner zweiten Heirat fragte Eric, der Sohn seiner Verlobten Iris, ob sie beide Musik machen wollten. Eric hatte sich das Gitarrespielen selbst beigebracht. Noch in der gleichen Woche stand ein E-Schlagzeug im Haus und ein Musikzimmer wurde eingerichtet.

Einmal in der Woche wurde gejammt und der Song „Plush“ von den Stone Temple Pilots war der erste Song, der gespielt wurde. Es folgten so einige Songs der Red Hot Chili Peppers und von Rise Against. Auf der Suche nach einem Bassisten wurde die Band – damals noch ohne Namen – dann im Herbst 2012 fündig. Micha konnte rekrutiert werden, was sich als Glücksgriff herausstellte. Das Trio spielte unzählige Coverversionen, bis Eric für zwei Jahre zum Studium in die Niederlande ging. Die Band machte zu zweit weiter, teilweise in dieser Zeit auch mit anderen Musikstilen experimentierend, bis Eric wieder nach Berlin zurückkam.

Als Micha Mitte 2018 Daniel zu den Proben mitbrachte, veränderte sich nicht nur das Bandgefüge, sondern auch die Ambitionen.